Eine Photovoltaikanlage arbeitet leise vor sich hin – und genauso leise sinkt ihr Ertrag, wenn sich Staub, Pollen, Vogelkot oder Flechten auf den Modulen sammeln. Wie groß der Effekt wirklich ist, was Studien dazu sagen und wann sich eine Reinigung lohnt, lesen Sie hier ohne Verkaufsrhetorik.
Wie viel Ertrag geht durch Verschmutzung verloren?
Die ehrliche Antwort: Das hängt stark vom Standort ab. Die belastbarsten Zahlen stammen aus internationalen und deutschen Auswertungen:
- Das Programm IEA PVPS beziffert die weltweiten Energieverluste durch Verschmutzung („Soiling“) mit 4 bis 7 Prozent. Für Europa nennt der Bericht T13-21:2022 im Mittel 0,9 Prozent Jahresverlust, wenn Regen als perfekter Reiniger angenommen wird – aber bis zu 5,3 Prozent, wenn Regen nur 10 Prozent der Ablagerungen entfernt. In Belgien wurden innerhalb von fünf Wochen 3 bis 4 Prozent Leistungsverlust gemessen.
- Der Bundesverband Solarwirtschaft fasst Arbeiten des Fraunhofer ISE und der IEA so zusammen: Unter mitteleuropäischen Bedingungen liegen die jährlichen Verluste bei durchschnittlich 3 bis 4 Prozent; in dokumentierten Extremfällen wurden Leistungsverluste von über 10 Prozent festgestellt.
- Wien Energie nennt für stark verschmutzte Module bis zu 20 Prozent weniger Stromerzeugung.
Für eine typische Anlage in Wien heißt das: Ein paar Prozent im Jahr sind realistisch, deutlich mehr bei ungünstigen Bedingungen – etwa nahe Landwirtschaft, Industrie, stark befahrenen Straßen oder unter Bäumen. Die Verluste sind zudem kumulativ: Ohne Reinigung wachsen sie von Jahr zu Jahr.
Reinigt der Regen die Module nicht von selbst?
Teilweise. Wien Energie beschreibt Anlagen mit mehr als 15 Grad Neigung als weitgehend selbstreinigend, während Module auf Flachdächern manuell gereinigt werden müssen – dort spült der Regen kaum etwas ab. Die Auswertung des Bundesverbands Solarwirtschaft ist kritischer: Regen sei „nicht in der Lage, Photovoltaikmodule ausreichend zu reinigen“, selbst starke Regenereignisse entfernten nur einen geringen Anteil der Ablagerungen.
Worauf sich beide einigen: Feiner Staub wird abgespült, hartnäckige Beläge nicht. Vogelkot, klebrige Pollen, Ruß und vor allem biologischer Bewuchs wie Moose und Flechten („Hard Soiling“) bleiben haften – und solche punktuellen Beläge können Teilverschattungen verursachen, die mehr Leistung kosten als ihre Fläche vermuten lässt.
Womit dürfen PV-Module gereinigt werden?
Hier sind sich Energieversorger und Reinigungsprofis einig:
- Nur kalkarmes oder entmineralisiertes Wasser. Leitungswasser kann Kalkflecken hinterlassen, die selbst wieder Licht schlucken. Reinwasser aus der Umkehrosmose trocknet rückstandsfrei.
- Keine Haushaltsreiniger, keine Chemie. Sie enthalten laut Wien Energie aggressive Chemikalien, die auf dem Modul nichts verloren haben.
- Kein Hochdruckreiniger. Der Wasserdruck kann Glas, Rahmen oder Befestigungen beschädigen.
- Weiche Bürsten oder Schwämme, keine Scheuermittel, kein Kratzen an Vogelkot.
- Nicht in der prallen Mittagssonne auf heißen Modulen: Wir reinigen früh am Tag oder bei bedecktem Himmel, wenn das Glas kühl ist.
Profis arbeiten mit wassergeführten Teleskopstangen und rotierenden Bürsten, durch die das Reinwasser fließt – ohne Chemie und, wo möglich, vom Boden oder von einem gesicherten Standplatz aus.
Wie gefährlich ist die Reinigung auf dem Dach?
Das ist der Punkt, den viele unterschätzen. Die AUVA warnt in ihrem Merkblatt zu Photovoltaikanlagen ausdrücklich vor nicht durchbruchsicheren Dachflächen und Dachelementen und stellt die Absturzsicherung in den Mittelpunkt. Je nach Dachneigung und Absturzhöhe sind persönliche Schutzausrüstung, Seilsicherungssysteme oder technische und organisatorische Maßnahmen nötig. Nasses Modulglas ist dazu extrem rutschig.
Wien Energie rät bei Dachanlagen daher, einen Fachbetrieb zu beauftragen, statt selbst aufs Dach zu steigen. Unsere Empfehlung ist dieselbe: Was sich nicht sicher vom Boden oder von einem gesicherten Standplatz aus erreichen lässt, gehört in professionelle Hände.
Wie oft sollte eine PV-Anlage gereinigt werden?
Ein pauschales Intervall gibt es nicht. Als Orientierung:
- Wien Energie: Die Häufigkeit hängt von Standort und Umweltbedingungen ab; oft wird eine jährliche Reinigung empfohlen.
- Bundesverband Solarwirtschaft: Für Deutschland wird eine optimale Reinigungsfrequenz von ein bis drei Einsätzen pro Jahr genannt.
- Wenig Verschmutzung und steile Neigung: Hier kann eine Reinigung deutlich seltener nötig sein.
Am besten lassen Sie die Daten entscheiden: Vergleichen Sie im Monitoring den Ertrag mit dem Vorjahr bei ähnlicher Einstrahlung, und werfen Sie nach dem Pollenflug im Frühsommer und nach dem Laubfall einen Blick auf die Module. Sichtbare Beläge, Flechten an den Rahmen oder ein unerklärlicher Ertragsknick sind der Zeitpunkt für eine Reinigung – idealerweise im Frühjahr, damit die sauberen Module die ertragreichen Sommermonate mitnehmen.
Was macht H&F bei der Solarreinigung anders?
Wir reinigen Photovoltaik- und Solaranlagen in Wien und Umgebung ausschließlich mit Reinwasser aus der Umkehrosmose, weichen Bürsten und Teleskopstangen – ohne Chemie und ohne Hochdruck. Gegründet von zwei Bauingenieuren, arbeiten wir nur von gesicherten Standplätzen aus und sind haftpflichtversichert. Auf Wunsch kontrollieren wir beim Termin gleich die Dachrinne mit. Das Angebot kommt in der Regel innerhalb von 6 Stunden.
Quellen
- IEA PVPS – Fact Sheet: Soiling Losses in PV Power Systems
- IEA PVPS Task 13 – Soiling Losses: Impact on the Performance of PV Power Plants (Executive Summary, T13-21:2022)
- Bundesverband Solarwirtschaft – Verschmutzung als unterschätzter Risikofaktor für Photovoltaikanlagen
- Wien Energie – PV-Module reinigen: So bleibt die Anlage effizient
- AUVA – M.plus 221 Montage von Photovoltaikanlagen
- Sichere Arbeit (AUVA) – Geprüfte Absturzsicherung für Photovoltaik-Anlagen